Nach nur drei Jahren musste die Pächterfamilie Matthies-Reiher das Handtuch werfen. Sie wurden wie viele andere Gaststättenbetreiber finanzielle Opfer der Corona-Pandemie.

 

Die Pächterfamilie des DJK-Sportheims hat lange durchgehalten. Doch nun mussten Bianca Matthies-Reiher und Eitel Reiher aufgeben. Letztlich wurden auch sie ein Opfer der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen.

 

Im Februar 2018 hat alles so schön begonnen. Nach der Aufgabe ihrer Eltern sprangen Bianca und Ehemann Eitel in die Presche und pachteten das DJK-Sportheim praktisch als deren Nachfolger. „Es lief alles sehr gut. Wir fühlten uns wohl und ich denke, dass die Gäste mit unseren Leistungen zufrieden waren“, erzählt Bianca. „Doch dann kam Corona. Wir mussten ein dreiviertel Jahr schließen, öffneten kurz und mussten dann wieder mehrere Monate den Gaststättenbetrieb ruhen lassen“. Trainings- und Spielbetrieb auf dem DJK-Sportgelände ruhten ebenfalls.

 

„Jedem dürfte bekannt sein, dass man beim Betrieb eines Sportheims nicht reich werden kann“. Die finanziellen Belastungen liefen für die Familie weiter, die Einnahmen waren gleich Null und die Corona-Hilfe konnte die Verluste auch nicht ausgleichen. Da half es auch nicht, dass der Verein eine Zeit lang das Pachtverhältnis während der für alle schweren Zeit ruhen ließ. Da zur Patchwork-Familie auch fünf Kinder gehören, mussten die beiden nun die Reißleine ziehen und das Pachtverhältnis aufgeben. „Man weiß ja auch nicht, wie es in Zukunft weiter geht“.

 

DJK-Vorsitzender Rupert Troppmann bedauert diesen Schritt, äußert aber auch Verständnis für die Entscheidung der Pächterfamilie. „Nun heißt es, die pächterlose Zeit der Sportgaststätte möglichst schnell zu beenden, denn das Sportheim ist der Mittelpunkt unseres Vereins, in dem die Jungen und die Alten zusammenkommen“, stellt Troppmann fest. Momentan wird die Gaststätte vom Verein in Eigenregie geführt, allerdings mit stark eingeschränktem Betrieb. „Das kann aber keine Dauerlösung sein. In den Gaststättenbetrieb spielen Finanz- und Gewerberecht eine große Rolle. Das ist nicht unser Metier. Wir müssen uns um den Sportbetrieb kümmern“.

 

Deshalb sucht der Verein mit über 1.500 Mitgliedern möglichst schnell einen neuen Pächter für die Gaststätte mit Terrasse mit insgesamt 120 Sitzplätzen.  „Bei Bedarf kann auch eine entsprechende Wohnung im Gebäude gestellt werden“, erklärt Troppmann. Er ist bemüht, für die Zukunft für das Pachtverhältnis einen Modus zu finden, der es erlaubt, Beruf und Gewerbe zufriedenstellend für alle Beteiligten unter einen Hut zu bringen. Er dankte der Pächterfamilie und seinem Amtsvorgänger für ihren Einsatz.

 

Bis auf weiteres läuft der Gaststättenbetrieb stark eingeschränkt dienstags und mittwochs von 20 – 23 Uhr, freitags von 18 – 23 Uhr, sonntags von 10 – 12.30 Uhr sowie während der Heimspiele der 1. Fußballmannschaft weiter. Bis ein neuer Pächter gefunden ist, werden die Gäste dabei weiterhin von Bianca Matthies-Reiher und Eitel Reiher betreut. Die Familie hat in der Zwischenzeit in Altenstadt eine neue Heimat gefunden. Bianca ist im Pflegebereich tätig, Ehemann Eitel nach wie vor bei der Familienmetzgerei Hausner.

 

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